Streudienst – diese Pflichten haben Stadt und Hauseigentümer

Bei Schnee und Glatteis kommt es jedes Jahr wieder vermehrt zu Unfällen. Dem entgegenwirken soll der Räum- und Streudienst. In welchem Umfang Stadt und Hauseigentümer dieser Pflicht nachkommen müssen und was es dabei zu beachten gilt, erfahren Sie hier auf Gebaeudereinigung24.com!

Streudienst
Durch den Streudienst soll im Winter die Unfallgefahr gesenkt werden. © Erich Keppler / pixelio.de

Jedes Jahr wieder werden durch Schnee und Glatteis zahlreiche Unfälle auf den Straßen verursacht. Seit 2011 steigt die Anzahl der Straßenverkehrsunfälle (mit Personenschäden), die durch Schnee und Glatteis verursacht wurden, stetig an. Laut Statistik waren es 2011 noch ungefähr 6.200 Unfälle in Deutschland, bis 2013 ist die Zahl auf etwa 9.500 angestiegen. Doch nicht nur Autofahrer müssen vorsichtig sein, auch für Fußgänger steigt das Risiko für Sturzunfälle im Winter fast auf das Doppelte an. Genaue Statistiken gibt es allerdings nicht, da die Verletzungen nicht immer so schwerwiegend sind, dass die betroffenen Passanten ins Krankenhaus gehen und der Unfall erfasst wird. Kommunen und Hauseigentümer versuchen den Risiken durch Räum- und Streudienst entgegenzuwirken, dennoch ist zu der kalten Jahreszeit in jedem Jahr wieder besondere Aufmerksamkeit geboten.

Wer ist zum Streudienst verpflichtet und wo muss gestreut werden?

Zum Streudienst verpflichtet sind vom Grundsatz her die Kommunen. Sie müssen dafür sorgen, dass öffentliche Straßen und Gehwege vom Schnee befreit und gestreut werden. Mit dieser Arbeit beschäftigen sich in der Regel städtische Winterdienste, andererseits treten die Kommunen diese Aufgabe häufig per Satzung an Hauseigentümer ab – jedenfalls, was Bürgersteige betrifft. Kommen Eigentümer beziehungsweise Kommunen dieser Pflicht nicht ausreichend nach und es verletzt sich ein Passant, so hat dieser einen Schadensersatzanspruch und Recht auf Schmerzensgeld. Wer den Streudienst also aus beruflichen oder gesundheitlichen Gründen nicht erfüllen kann, muss einen Freund oder Angehörigen als Ersatz finden oder einen professionellen Winterdienst engagieren. Über in diesem Fall entstehende Kosten können Sie sich an dieser Stelle informieren.

An weniger befahrenen Straßen finden Verkehrsteilnehmer außerdem häufig das Schild “eingeschränkter Winterdienst” vor – hier ist besondere Vorsicht geboten! Häufig wird auf diesen Straßen weder geräumt, noch gestreut.

Streudienst – Salzstreuen ist nicht gestattet

Die Verwendung von Streusalz hat zahlreiche schädliche Wirkungen auf die Umwelt und ist daher in den meisten Gemeinden – zumindest auf Gehwegen – verboten. Das Salz, welches Schnee und Eis zum Schmelzen bringt, gelangt in den Boden und ins Grundwasser und beeinflusst so das Gleichgewicht der Natur: Es kann zu Verschlämmungen und Verdichtungen der Bodenstruktur kommen. Außerdem schadet das Salz empfindlichen Tierpfoten und Autoblechen.

Stattdessen sollte beim Streudienst auf alternative Mittel zurückgegriffen werden. Infrage kommen beispielsweise Sand, Sägespäne oder Streusplitt. Sie lassen sich nach dem Winter leicht beseitigen beziehungsweise verrotten im Laufe der Zeit (Sägespäne) ganz von alleine.

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